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Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken.

So lautet die erste Zeile eines Lieds der Band Novalis.

Dass man Schmetterlinge lachen hören kann, erscheint mir in diesen rauschenden Frühlingstagen gar nicht so abwegig. Wenn ich jetzt in die Natur hinausgehe, dann habe ich ja auch den Eindruck, ich kann den Blumen beim Wachsen und den Bäumen beim Sprießen zusehen. Wo gestern noch ein kahler Ast war, da ist heute schon alles mit grünen Pünktchen übersät. Mit dem Fahrrad fahre ich durch gelbe Rapsfelder – wie hingemalt in die erwachende Landschaft. Ich staune über die Bäume, die jetzt in voller Blüte stehen: große, weiße Tupfer vor tiefblauem Himmel. Ich bewundere Gänseblümchen, Löwenzahn und Buschwindröschen am Wegesrand. Ich rieche die frische, kühle Morgenluft und spüre Sonne und Wind auf der Haut. Ich höre die Vögel um die Wette zwitschern. Mit allen Sinnen erlebe ich die Welt in diesem Frühling und denke:

Herr, wie sind deine Werke so groß und so viel. (Ps 104,24)

Die Entschleunigung dieser Tage, die Ruhe und auch das Alleinsein helfen mir dabei, mich zu öffnen: genau hinzuschauen, hinzuhören, hinzufühlen, mich in Gottes Welt und ihre Wunder zu versenken.

Vielleicht – wenn ich ganz genau hinhöre - flattert mir beim nächsten Spaziergang ja ein lachender Schmetterling über den Weg. Oder ich bekomme beim Blick in den Himmel eine Ahnung vom Geschmack der Wolken.

Auch Euch wünsche ich offene Sinne für Gottes Werke!

Eure Sabine Ramm-Böhme

© Sabine Ramm-Böhme


 Dieser Text ist Teil der Reihe „Seelenfutter“: Die geistlichen Gedanken in stürmischen Zeiten der Pastoren der Paul-Gerhardt-Gemeinde.
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